Brauchst du noch eine Idee, wie du so richtig unglücklich sein kannst? Dann vergleich dich einfach mit anderen. Neidgefühle kennt wohl jeder von uns. Doch woher kommt Neid? Gibt es auch positiven Neid? Wann wird er schädlich und was kannst du dagegen tun?

Warum Neid der Feind des Glücks ist

Neid ist der Feind des Glücks

Ich denke nicht, dass das Leben schwierig ist. Ich denke aber, dass wir es schwierig machen. Immer, wenn ich das Wort „sollte“ höre oder denke, halte ich kurz inne. Das Wörtchen „sollte“ bedeutet nämlich Schuldgefühle oder gesellschaftliche Konditionierung.

Wenn du etwas tust, weil du es solltest, bedeutet das im Grunde, dass du es gar nicht tun möchtest. Es macht dich unglücklich. Du solltest nicht so viel Süßes essen. Du solltest dich mehr bewegen. Du solltest nicht widersprechen. Du solltest mehr Sport machen.

Jeder von uns kennt ganz viele dieser „sollte“. Auch ich bin nicht frei davon, meiner Tochter hin und wieder ein „du solltest“ mitzugeben. Und jedes Mal meistens denke ich danach „was für ein Quatsch“.

Also versuche ich, so viel „sollte“ aus meinem Leben zu verbannen, wie möglich.

Ein „sollte“ ist immer ein kompetitives Spiel mit mehreren Teilnehmern. Ein Vergleich. Und jeder kann sehen, ob ich in dem Spiel gut abschneide oder nicht. Los, krieg gute Noten. Los, geh studieren. Los, bekomm einen guten Job. Los, verdiene viel Geld. Los, kaufe dir ein Haus. Los, heirate und bekomme zwei Kinder.

Auf Straßen, die mit vielen „sollte“s gepflastert sind, stehen links und rechts große Werbebanner mit Idealbildern, Klischees und Stereotypen von Menschen, die es schon „geschafft“ haben.

Ein Vergleichen ist praktisch unausweichlich.

Und Hand auf dein schönes Herz: Jeder von uns kennt Neidgefühle.

Was ist der Grund für Neid?

Neid ist immer ein Gefühl von Mangel. Und meistens wird dir der Mangel erst bewusst, wenn du dich mit anderen vergleichst. In Zeiten von Social Media sind die Möglichkeiten des Sich-Vergleichens schier unendlich. Du wirst immer jemanden finden, der schöner ist, mehr verdient oder irgendwas besser kann.

Vergleichen wird dich immer unglücklich machen.

Woher kommt also Neid?

Menschen, die schon von klein auf das Gefühl haben, immer zu kurz gekommen zu sein, sind eher mit Neidgefühlen konfrontiert. Diese Gefühle hängen also damit zusammen, wie hoch das eigene Selbstwertgefühl ist.

Selbst wenn du wenig hast, kannst du anderen mehr gönnen, wenn du einen stabilen Selbstwert hast. Dann bist du dir deiner Unterschiedlichkeit zu anderen mit deinen eigenen Stärken komplett bewusst. Und akzeptierst es.

Außerdem hilft es, folgendes zu verstehen: Es gibt keinen Wettkampf, bei dem am Ende deines Lebens eine Goldmedaille auf dich wartet, weil du im Vergleich mit anderen immer am besten abgeschnitten hast. Niemand vergibt am Ende Noten dafür, wie du dein Leben gelebt hast.

Außer dir selbst.

Warum Neid der Feind des Glücks ist

Ist Neid immer negativ?

Spontan wirst du auf die Frage vermutlich mit ja antworten. Andererseits kann Neid auch Bewunderung gegenüber jemand anderen ausdrücken – auch wenn es zunächst verächtliche Bewunderung ist.

Denkst du, dass der andere den Erfolg nicht verdient hat?

Warum? Vermutlich weil es von außen easy peasy einfach und mühelos aussieht. Du siehst nur die Resultate, jedoch ohne den Schweiß, die hart investierten Stunden, die Rückschläge, Zweifel und die vielen Tränen hinter dem Erfolg.

Du darfst den Erfolg der anderen also neidvoll anerkennen. Denn mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ist niemandem etwas in den Schoß gefallen.

Wenn du deinen Neid auf den Erfolg anderer in etwas Positives ummünzen möchtest, dann nutze ihn als Motor, um selbst besser zu werden.

Sobald du dir wünschst, genauso charismatisch oder souverän zu sein, wie die Kollegin, dann hast du ein Bedürfnis für dich erkannt. Und aus deinem Bedürfnis kannst du ein Ziel ableiten.

In diesem Fall kann Neid als Ansporn dienen. Er inspiriert und weckt deinen Ehrgeiz. Du sagst dir: Das will ich auch!

Genau dann ist Neid der Schlüssel zur Authentizität. Er deutet in die Richtung, wo sich Stärken und Talente verbergen können.

Wann wird Neid schädlich?

Leider gibt es auch Situationen, wo Neid dir Schaden zufügt.

Nämlich dann, wenn Neid zu irrationalen Entscheidungen verleitet.

In einem Experiment der Harvard-Universität wurden Absolventen gefragt, ob sie lieber ein Jahreseinkommen von

A) 100.000 Dollar haben wollen, während alle anderen 200.000 Dollar verdienen oder ob sie
B) 50.000 Dollar verdienen wollen, wenn alle anderen nur 25.000 Dollar erhalten.

Drei Mal darfst du raten, wofür sich die Mehrheit entschieden hat: Variante B. Absurd, oder? Anstatt den eigenen Vorteil zu wählen, würden sich die meisten lieber schlechter stellen, wenn sie nur wüssten, dass es anderen noch schlechter geht.

Ganz schön dumm. Oder wie der Philosoph Schopenhauer sagte: „Wir denken selten an das, was wir haben, sondern immer nur an das, was uns fehlt.“

Was kannst du gegen Neid tun?

Sich selbst mit anderen zu vergleichen ist sinnlos. Es wird immer Menschen geben, die intelligenter, talentierter, attraktiver und effizienter sind.

Genauso wie es auch immer Menschen geben wird, die weniger können bzw. besitzen als man selbst. Vergleiche dieser Art führen meistens zu quälenden Perfektionismus und Selbstzweifel.

Dich selbst darauf zu programmieren, glücklich zu sein, ist ein rein innerer Vorgang. Du bestimmst, wie dein nächstes Level aussieht.

Es gibt keinen von extern aufgezwungenen Fortschritt, keine Bestätigung eines Komitees. Du trittst immer nur gegen dich selbst an. Und dich werden meistens andere Dinge glücklich machen als die, die Werbung, Social Media oder Kino suggerieren.

Das Leben ist ein Solospiel

Das mag jetzt etwas traurig klingen, aber in Wahrheit ist das Leben ein Solospiel. Du wirst alleine geboren. Du wirst alleine sterben. Die Interpretation aller Dinge, die zwischen diesen beiden Ereignissen passieren, gibst du ihnen allein.

Kennst du den Beruf deiner Ur-Großmutter? Weißt du den Vornamen deines Ur-Großvaters? Ich auch nicht. In drei Generationen wirst du verschwunden sein. Niemanden interessiert deine Bachelor-Note, dein beruflicher Werdegang, die Anzahl deiner Instagram-Follower oder ob du 10 Kilo zu viel auf den Rippen hattest.

Yoga und Meditation sind unter anderem deshalb so schwer langfristig und kontinuierlich durchzuziehen, weil sie nach außen keinen Wert haben. Du wirst dich darin nie mit anderen messen können. Sie wirken langfristig nach innen und sind reine Spiele für Einzelspieler.

Also bleib immer ganz bei dir.

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